Mein schönstes Kindheitserlebnis
04.03.2026, 09:20 Uhr
Am 27. Februar 2026 lud die Marke Vorarlberg zum Bildungsinnovationstag OPENschool in den Business Club des SCR Altach. Rund 150 Schuldirektorinnen, Lehrpersonen, Elementarpädagoginnen sowie Multiplikator*innen aus dem Bildungsbereich nutzten die Gelegenheit, um sich über neue Ansätze für Schule und Lernen auszutauschen. Der Bildungsinnovationstag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Wissen verbindet“ der Marke Vorarlberg. Bereits 17 Veranstaltungen haben in den vergangenen Jahren im ganzen Land stattgefunden. Sie zeigen Orte und Menschen, die den chancenreichen Lebensraum Vorarlberg bereits heute vorleben, und bringen Bildung, Wirtschaft und Sozialwesen miteinander ins Gespräch. Die Reihe ist offen für alle Interessierten und lädt dazu ein, Ideen und Erfahrungen zu teilen.
„Wir als Marke Vorarlberg setzen gezielte Impulse für neue Chancen von Kindern und Jugendlichen im Land. Dazu gehört auch unser Bildungsinnovationstag, an dem wir heuer Interessierte und Verantwortliche der Vorarlberger Bildungsszene zum Thema Schulentwicklung in den Dialog brachten. Innovative Schulkonzepte fördern individuelles Lernen, Praxisnähe und digitale Kompetenzen und stärken zugleich die soziale Intelligenz, damit junge Menschen in einem wandelnden Lebens- und Wirtschaftraum selbstbewusst ihren Weg gestalten können“, so Alexander Kappaurer, Leiter der Marke Vorarlberg.
„Unsere Vision für Vorarlberg ist klar: 2035 soll Vorarlberg der chancenreichste Lebensraum für Kinder sein. Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Deshalb wollen wir Menschen zusammenbringen, die Schule weiterdenken und neue Wege ausprobieren“, sagt Christina Meusburger von der Marke Vorarlberg.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der österreichische Bildungsinnovator Markus Haider, Mitbegründer des Schulformats OPENschool. In seinem Impulsvortrag zeigte er, wie sich eine reguläre Schule zu einem Ort entwickeln kann, an dem Jugendliche mit Neugier, Eigenverantwortung und Freude lernen.
Haider hat OPENschool als Lehrer zwei Jahre lang aufgebaut und bewegte sich dabei bewusst innerhalb der Möglichkeiten der österreichischen Schulautonomie. Seit fünf Jahren arbeitet er als freischaffender Bildungsinnovator und Schulentwickler mit Schulen in ganz Österreich zusammen.
Mit dem Format OPENschool wollten wir zeigen, was alles möglich ist, wenn man Lernen und die Entwicklung der Schüler*innen in den Mittelpunkt stellt“, erklärte Haider.
Ziel sei es, junge Menschen so zu begleiten, dass sie ihre eigenen Stärken erkennen und gut auf ihre Zukunft vorbereitet sind.
Offenes Lernen und Selbstverantwortung
Ein zentrales Element des OPENschool-Konzepts ist offenes Lernen: Lehrpersonen geben kurze Impulse, während die Jugendlichen anschließend eigenverantwortlich arbeiten. Ausgangspunkt ist stets das Eigeninteresse der Schüler*innen. Daraus entstehen Projekte, Workshops oder individuelle Lernwege, die von den Lehrpersonen begleitet werden.
Die Grundidee dahinter: „Die Welt verändert sich ständig. Kinder müssen lernen, sich auf Dinge vorzubereiten, die es heute noch gar nicht gibt. Dafür braucht es eine Schule, die inspiriert, befähigt und Gestaltung ermöglicht.“
Vier Dimensionen des Lernens
Im Rahmen des Bildungsinnovationstags wurde deutlich, dass Lernen heute weit mehr umfasst als reines Fachwissen. OPENschool orientiert sich an vier Dimensionen:
Besonders wichtig sei dabei die Haltung der Lehrpersonen. Haider stellte dazu eine einfache, aber prägnante Frage:
„Welche ist die mächtigste Antwort, die ein Lehrer geben kann? – Keine Ahnung. Denn damit öffnen wir den Raum, gemeinsam zu lernen.“
Positive Rückmeldungen aus der Praxis
Auch viele Teilnehmer*innen nahmen konkrete Impulse für ihre Arbeit mit.
Wir sehen als Schule noch Entwicklungspotenzial, deshalb habe ich mein gesamtes Lehrerteam eingeladen. Ich bin begeistert, wie offen sich mein Team auf neue Impulse und auch ungewöhnliche Ideen eingelassen hat – denn jede Veränderung beginnt damit, neue Ansätze zuzulassen“, sagte Demian Geyer-Hummler, Direktor der Mittelschule Lustenauerstraße Dornbirn.
Sabina Kaiser, EP-Koordinatorin im Großen Walsertal, betonte einen Perspektivenwechsel:
Heute wurde mir wieder bewusst, wie wichtig es ist, den Blick stärker auf das zu richten, was bereits vorhanden ist – und zu überlegen, wie wir diese Ressourcen besser nutzen können.“
Auch Heide-Maria Michelon von der Schule am See in Hard erkannte viele Parallelen zur eigenen Praxis:
„Viele Lehrpersonen wünschen sich genau das, was wir bereits leben – offene Lernbüros und flexibel gestaltete Lernräume. Unsere Erfahrungen zeigen, wie viel Potenzial darin steckt.“
Mut zur Bildungsinnovation
Mit dem Bildungsinnovationstag möchte die Marke Vorarlberg Lehrpersonen, Schulleitungen und Bildungseinrichtungen vernetzen und dazu ermutigen, neue Wege zu gehen.
Der Austausch zeigte deutlich: Innovative Schulentwicklung ist bereits vielerorts im Entstehen – und kann durch gemeinsame Erfahrungen und Beispiele weiter gestärkt werden.